Schüleraustausch mit Frankreich

Lange erwartet und herbeigesehnt – am Dienstag, den 14. März, ging es um 20 Uhr los in Richtung Frankreich. Das Ziel war zum wiederholten Mal das Collège „Saint Joseph“ in Ernée in der Region Pays de la Loire, mit dem uns seit 2000 eine Schulpartnerschaft verbindet.

25 Schülerinnen und Schüler des Martineum sowie der Sekundarschule am Gröpertor  wollten erkunden, wie es sich in Frankreich leben lässt, wie der Schulalltag und das tägliche Leben in diesem eher ländlichen Raum sind – so wie im Lehrbuch beschrieben und von den Lehrern immer wieder beschworen und erzählt, oder doch ganz anders? Und natürlich – komme ich mit meinen französischen Sprachkenntnissen zurecht?

Auf der Hinfahrt besuchten wir am Mittwoch Vormittag erst einmal eines der Wahrzeichen in der Nähe : die Abtei auf dem Mont Saint Michel inmitten des Wattenmeeres.

Gegen 17 Uhr erreichten wir das Collège, wo alle mit ihren Gastfamilien bekanntgemacht wurden und den ersten Abend alleine bewältigen mussten.

Die kommenden zwei Tage waren mit vielen Vorhaben gefüllt: Schulbesichtigung, Unterrichtsbesuch, Mittagessen in der neu gestalteten Kantine  (jetzt mit Selbstbedienung), einer Stadtrallye, um Ernée zu erkunden, und einer Besichtigung der Burg in Fougères, bei der die Schüler selbst als Schlossherr,  Burgfräulein oder Ritter agieren durften. Freitags um 16.45 Uhr war Schulschluss und dem Wochenende in den Gastfamilien stand nichts mehr im Wege.

Nach einem erlebnisreichen Wochenende (Besuche in Saint-Malo, Schwimmen, Shoppen, Lasergame, Bowling, gemeinsam kochen und essen, Musik hören…) feierte die Schule am Montag den Namenstag des heiligen Joseph, an dem alle Schüler verschieden Workshops besuchen konnten.

Das gemeinsame Foto im Stadion, für das Schüler und Lehrer die Buchstaben STJO darstellten, war schon eine Herausforderung, vor allem aufgrund der sehr kühlen und regnerischen Witterung.

An diesem letzten gemeinsamen Nachmittag hieß es: wir besuchen einen Ziegenhof! Nachdem sich die Nasen an den kräftigen Geruch im Ziegenstall gewöhnt hatten und Streicheleinheiten an die kleinen Ziegen verteilt wurden, gab es eine kurze Lehrstunde mit Quiz zur Käseherstellung. Einige deutsche Familien freuten sich sicher über den frischen Ziegenkäse, der als Souvenir mitgebracht wurde.

Mittwoch, der 20 März, 5.40 Uhr vor dem collège: für französische Schüler echt eine Herausforderung, so früh aufzustehen, um die „corres“ (Gastschüler) zu verabschieden.

Wir wollten auf der Heimfahrt noch einen Zwischenstopp in Paris einlegen. So hieß es „Au revoir“ sagen – mit der Aussicht, dass unsere französischen Freunde ja in knapp 14 Tagen nach Halberstadt kommen würden. Gegen 10 Uhr erreichten wir endlich die französische Hauptstadt.

PARIS - la Tour Eiffel (mittlerweile eingezäunt und schwer bewacht), das Kaufhaus Galéries Lafayette mit der Aussichtsplattform, l’Opéra Garnier (die mit dem Phantom), Fahrten mit der métro, das Ufer der Seine, Notre Dame, le Louvre, la Place de la Concorde und endlich: les Champs Élysées  mit den vielen Geschäften (und ihren Taschenkontrollen) – wir waren da, sind vorbeigegangen, haben vieles gesehen und noch das eine oder andere Mitbringsel erstanden …  Zum Abschied blinkte uns der Eiffelturm noch mit seinen tausenden Lichtern zu.

Wir erlebten eine interessante Zeit in Frankreich, haben Freundschaften geschlossen  – und erwarteten voller Spannung den Gegenbesuch unserer französischen Freunde.

(Sigrun Knopf)