Erfolgreiche Forscher in Stendal

Martineer in Stendal: Georg Koch, Janik Hesse, Emma Vorstellen, Niklas Tinnefeld, Arman und Bahram Bourani  sowie Lucy Kruse und Tessa Heimbrodt (v.l.)
Martineer in Stendal: Georg Koch, Janik Hesse, Emma Vorstellen, Niklas Tinnefeld, Arman und Bahram Bourani sowie Lucy Kruse und Tessa Heimbrodt (v.l.)

 

Von STEVE WOHLFAHRT und DR. ANDREAS BECKER

Acht SchülerInnen unserer Schule machten sich am Mittwoch, den 27.02. für zwei Tage nach Stendal auf zum Regionalwettbewerb „Jugend forscht“. Unter dem Motto „Frag nicht mich - Frag Dich“ fand dieser in der Katharinenkirche statt, wo ingesamt 41 Projekte an den Start gingen.

Die Preise wurden in den zwei Wettbewerben „Schüler experimentieren“ (4. Klasse bis 14 Jahre) und „Jugend forscht“ (15 - 21 Jahre) in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik vergeben. 

Für das Martineum holten Lucy Kruse und Tessa Heimbrodt in der Kategorie Chemie den zweiten Platz mit dem Projekt „Extraktion von Koffein aus Tee“. Dabei untersuchten sie den Koffeingehalt verschieder Schwarz- und Grünteesorten. Sie extrahierten das reine Koffein aus den Tees mit Hilfe von Dichlormethan. Zusätzlich war es ihnen möglich im grünen Labor Gatersleben die Tees durch Fotometrie auf die Koffeinkonzentration zu untersuchen. Dabei stellten sie fest, dass günstigere Hausmarkentees teilweise mehr Koffein beinhalten als die teureren Markentees. Als Muntermacher würden die günstigeren Tees also vollkommen ausreichen.

 

 

In den Geo- und Raumwissenschaften untersuchten Bahram und Arman Nourani die Atmosphäre von Afghanistan auf Luftverschmutzungen aus den großen Nachbarländern, wie China, Iran und Pakistan. Dafür nutzten sie die frei zugänglichen Daten der Sentinel-Satelliten im Rahmen des Copernicus-Programms. Dort kann man die Konzentration von beispielsweise Methan, Ammoniak, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid usw. sowie die Bewegungen dieser Schadstoffe in der Atmosphäre untersuchen. Sie kamen zu dem Schluss, dass (entgegen der ursprünglichen Annahmen) die Hochgebirgslage ihres Heimatlandes, sowie der Westwind vor allem Einträge aus Iran bringt, die starken Verschmutzungen aus China, Indien und Pakistan aber nach Osten weggetragen werden. Für die Darstellung ihrer Ergebnisse erhielten sie ebenfalls den zweiten Platz.

Emma Borst, Janik Hesse und Niklas Tinnefeld vertraten das viel beachtete Thema „Solarenergie und Smart Grid am Martineum Halberstadt“ im Fachgebiet Technik. Sie untersuchten, ob die Ausstattung unserer Schuldächer mit Solarzellen ausreichen würde, um den Jahresstrombedarf des Martineums zu decken. Die zentrale Erkenntnis ist, dass wir unseren jährlichen Strombedarf von etwa 182000 kWh mit einer Solarfläche von 840 m² decken könnten. Da wir sogar über 1070 m² Dachfläche mit Südausrichtung haben, würden wir Überschussstrom erzeugen, der über ein Smart Grid die Nachbarhäuser unserer Schule versorgen könnte. Solch eine Anlage würde sich auf einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren amortisieren und unseren Schulstrom deutlich grüner machen. Von den Juroren und den Wirtschaftsvertretern kamen viele Hinweise zur Umsetzung eines solchen Vorhabens. Die drei JungforscherInnen erhielten den Sonderpreis für erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. 

Georg Koch startete mit seinem Thema „Die Wellenfunktionen des Wasserstoffs“ ursprünglich in der Physik, wurde jedoch am Wettbewerbstag in die Kategorie Mathematik/Informatik umgelegt.

Dort gewann er den ersten Preis und wird als Regionalsieger auch am Landeswettbewerb in Magdeburg teilnehmen. In seiner Arbeit löste er numerisch die Schrödingergleichung, um die quantenmechanischen Aufenthaltswahrscheinlichkeiten der Elektronen in einem Wasserstoffatom zu berechnen. Seine Resultate verglich er mit den analytisch zugänglichen Lösungen, um anschließend das nur noch numerisch behandelbare Verhalten von Elektronen im Wasserstoffplasma zu untersuchen. Hier konnte er zeigen, dass bei Kompression von Wasserstoff auf das 4000-fache seiner Ursprungsdichte die Elektronen vom Kern delokalisieren, was man eindrucksvoll am Betragsquadrat der zughörigen Wellenfunktionen der Orbitale sehen kann.

Für die gemeinsame Leistung unserer vier Projekte wurde uns zusätzlich ein Schulpreis verliehen, welcher nicht nur einen Pokal, sondern auch finanzielle Anschubmittel für kommende Projekte beinhaltet.

An dieser Stelle möchten wir den SchülerInnen danken, welche diese Projekte mit auf den Weg gebracht haben: in der Chemie Marlene Köhler und auf dem Gebiet der Technik Jakob Bücking, Michelle Heinemann und Charlotte Rieger.

Wir gratulieren den Preisträgern zu ihren tollen Leistungen und wünschen Georg viel Erfolg beim Landeswettbewerb. Alle interessierten SchülerInnen unserer Schule möchten wir herzlich einladen, sich bei Interesse an einem eigenen Projekt bei uns zu melden.