Lupasec-Martineum

Geschichte der Partnerschaft

Die Partnerschaft zwischen dem Gymnasium Martineum und der Lupalilo Secondary School besteht seit dem Jahr 2000 und ist für beide Seiten ein ununterbrochener Lernprozess.

Die Lupalilo Secondary School ist eine staatliche Schule am Rand des Ortes Tandala. Vom Schultyp her ist sie mit einem Gymnasium vergleichbar. Der Kontakt wurde im Jahre 1999 über den tanzanischen Pfarrer geknüpft, der im Schuljahr 1999/ 2000 an dieser Schule Religionsunterricht erteilte. Er nahm Kontakt auf zum deutschen Verein Tanzaniakreis Halberstadt e.V., der seine Partnergemeinden in der Nähe der Lupalilo Sec. School hat und deren Kinder in diese Schule gehen.

 

Von Anfang an gab es an der Lupalilo Sec. School einen Partnerschaftslehrer, Herrn Edonia Mahenge, der mit uns gemeinsam die Partnerschaftsarbeit koordinierte. Mittlerweile konnten wir die anfangs eher mühsamen Briefkontakte dank Internet und Handy intensivieren. Seit Herbst 2009 gibt es an der Lupalilo Sec. einen „Germany – Kreis“, dem 20 Schülerinnen und Schüler angehören u. a. alle, die im Sommer in Halberstadt waren. Der Kreis wurde bisher von E. Mahenge und Lessa Theophil als Lehrer betreut. 

Inzwischen hat der Schulleiter der Partnerschule mehrfach gewechselt. Seit 2010 gibt es auch einen neuen Partnerschaftslehrer, der sich sehr engagiert, Mr. Ng´ella.

 

Seit einigen Jahren hat die Partnerschule in Eigeninitiative verschiedene eigene Projekte in Angriff genommen, die auch durch das Erlebte in Deutschland inspiriert wurden: ein Blumen- und Pflanzenprojekt für die Schule, Aufstellen von Abfallbehältern in den Klassenräumen für einen besseren Umweltschutz, Anlegen eines Gemüsegartens zur besseren Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit Vitaminen.

 

Zu Finanzsituation der Lupalilo Sec. wissen wir aus Gesprächen, dass die Schule versucht über den Verkauf von Holz aus schuleigenen Wäldern und auch landwirtschaftlicher Erzeugnisse Geld zu erwirtschaften für den weiteren Ausbau der Schule. Von 2003 auf 2010 hatte sich die Zahl der Schülerinnen und Schüler verdreifacht. 

 

2005: In gemeinsamer ausführlicher Diskussion wird ein Partnerschaftsvertrag erarbeitet und in drei Fassungen, Deutsch, Englisch und Swahili, unterzeichnet. 

Schwerpunkt künftiger Arbeit an der eigenen Schule soll das jeweilige Partnerland sein. Gegenseitig wollen wir das Leben im Alltag kennenlernen, spezielle Schulprobleme austauschen und einander Material zur Verfügung stellen. An beiden Schulen werden verantwortliche Schülervertreter und Lehrer benannt, die den Kontakt und Austausch pflegen und an der eigenen Schule für die Weiterführung der Arbeit sorgen.

 

2006: Der Tansaniakreis am Martineum in Halberstadt bemüht sich um die Organisation eines Reverse – Besuchs. Die Bemühungen bleiben ohne Erfolg.

Am Martineum entwickeln die Mitglieder des Tansaniakreises ein langfristiges Projektprogramm unter dem Titel „Familien früher und heute in Deutschland und in Tanzania. Einflüsse von Globalisierung und Klimawandel auf das Alltagsleben.“

 

2007: Eine Delegation des Martineums arbeitet eine Woche lang an der Lupalilo Sec. School in Projektgruppen: Zwei Mitglieder des Lebendschach – Ensembles aus Ströbeck bei Halberstadt unterweisen eine Gruppe von Lupalilo – Schüler/innen im Schachspiel und studieren mit ihnen ein entsprechendes Tanzspiel ein. 

Eine andere Projektgruppe befasst sich mit einem am Martineum von Schüler/innen der Jahrgangsstufe 6 entwickelten mathematischen Domino – Spiel und entwickelt eigene Spielideen.

Eine weitere Gruppe befasst sich mit Themen wie der Gleichberechtigung von Mann und Frau in beiden Ländern, den Zukunftsvorstellungen der Kinder und Jugendlichen. Dazu werden verschiedene Methoden genutzt, u. a. Befragungen, Gruppenarbeit, künstlerische Darstellungen.

Kindergarten. Schule, Berufsausbildung in Tanzania wurde erkundet und mit den deutschen Verhältnissen verglichen.

 

2008: Der zweite Versuch, eine Delegation aus der Lupalilo Sec. an das Martineum einzuladen scheitert. (siehe Anlage)

2009: Endlich ist ein Gegenbesuch gelungen. Drei Wochen lang sind der Schulleiter, der Partnerschaftslehrer, eine Lehrerin sowie zwei Jungen und drei Mädchen am Martineum zu Gast. Aus diesem Besuch ergeben sich neue Projekte, die mit dem Thema de UNESCO-Projekttages zu tun haben: „Unser Handeln- unsere Zukunft“, bei dem es für uns vorrangig um das Problem „Müll, Müllentstehung, Müllvermeidung und Müllentsorgung“ geht. Außerdem wurde das Projekt von 2007 weitergeführt, die Gäste informieren sich über das deutsche Schulsystem und verschiedene Schultypen und andere Bildungseinrichtungen.

 

2010: Bei unserem diesjährigen Aufenthalt in Tanzania bearbeiten in Projekten zwei Scherpunkte:

Sammeln von Lebensweisheiten in Deutschland und in Tanzania, vergleichen, Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden, Untersuchung der Ursachen dafür, Übersetzung der Lebensweisheiten jeweils in drei Sprachen (Deutsch, Kiswahili, Kikinga= Sprache in der Ukinga), Gestaltung eines Geburtstagskalenders und eines Büchleins mit den Ergebnissen dieses Projekts

Diabetes-Projekt, bei dem eine Gruppe über die Krankheit informiert, eine Gruppe sich über gesunde Lebensweise in Deutschland und Tanzania austauscht, eine Gruppe mit Fragebögen nach Essgewohnheiten in Deutschland und Tanzania forscht und eine Gruppe gemeinsam ein Spiel entwirft, dass die neu erworbenen Kenntnisse festigt.

 

2012: Drei tanzanische Lehrer und 5 Schüler besuchen unsere Schule. Wir bearbeiten gemeinsam das Thema des diesjährigen UNESCO-Projekttages: „Hinter dem Tellerrand geht’s weiter- weltbewusst leben und essen“. Verschiedene Projekte dienen dazu, Vergleiche zwischen Tanzania und Deutschland anzustellen. Das Projekt soll 2013 beendet werden mit den Untersuchungen vor Ort in Tanzania.